Beitritt der DDR zum
Geltungsbereich des Grundgesetzes 1990

In den frühen Morgenstunden des 23. August 1990 beschloss die Volkskammer den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland mit Wirkung vom 3. Oktober 1990 mit 294 Ja-, 62 Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen. Helmut Kohl sprach im Bundestag von einem "Tag der Freude für alle Deutschen".

Sabine Bergmann-Pohl, Präsidentin der Volkskammer, am 23.08.1990:
"Das ist ein wirklich historisches Ereignis. Wir haben uns die Entscheidung alle sicher nicht leicht gemacht, aber wir haben sie heute in Verantwortung vor den Bürgern der DDR in der Folge ihres Wählerwillens getroffen. Ich danke allen, die dieses Ergebnis im Konsens über Parteiengrenzen hinweg ermöglicht haben." (Quelle: KAS/ACDP, 01-766-0312)

Link:
23. August 1990: Beitrittserklärung der Volkskammer

3. Oktober 1990

Mit dem Wirksamwerden des Beitritts nach Art. 23 des Grundgesetzes am 3. Oktober 1990 hörte die DDR auf zu existieren. Ihre diplomatischen Beziehungen endeten, die Ständigen Vertretungen in Ost-Berlin und Bonn wurden geschlossen, die Nationale Volksarmee löste sich auf, ihr Material und Personal wurde von der Bundeswehr übernommen. Um Mitternacht fanden in zahlreichen deutschen Städten Freudenfeste statt. In Berlin wurde vor dem Reichstagsgebäude in einem feierlichen Zeremoniell die Bundesflagge gehisst, die Freiheitsglocke geläutet und die Nationalhymne angestimmt. Der "Tag der deutschen Einheit" wird seitdem als Nationalfeiertag begangen.