Umwelt

„Wir waren gefordert, künftig weit sorgsamer als bisher mit den natürlichen Ressourcen umzugehen."
Erinnerungen 1990-1994.

„Die Schöpfung bewahren - die Zukunft gewinnen."
Leitgedanke aus der Regierungserklärung 1987.

„Bei der Bewahrung der Schöpfung geht es um eine neue grundsätzliche Aufgabe. Wir müssen lernen und durchsetzen, das Verlangen heutiger und zukünftiger Generation nach Arbeit, Wohlstand und sozialer Gerechtigkeit mit den begrenzten Ressourcen dieser Erde in Einklang zu bringen. Wir dürfen den natürlichen Reichtum und das ökologische Gleichgewicht unserer Erde nicht zerstören. Es ist unsere moralische Pflicht, sie auch für die nachkommenden Generationen zu erhalten. Deshalb müssen wir zur Sozialen Marktwirtschaft die gleichwertige ökologische Komponente hinzufügen.
Ökologie und Ökonomie sind keine Gegensätze. (...) Viele Unternehmen stellen dies immer wieder eindrucksvoll unter Beweis. Konsequente und marktwirtschaftlich orientierte Umweltpolitik ist kein Jobkiller, sondern Antrieb für einen modernen Wachstumsmarkt. (...) Deutschland ist mit Umweltschutzausgaben von Wirtschaft und Staat in Höhe von über 65 Milliarden DM einer der größten Umweltschutzmärkte der Welt. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung waren bereits 1990 rund 680.000 Beschäftigte direkt oder indirekt im Umweltschutz beschäftigt. Und dieser Markt wächst weiter. Auch die Beispiele von Unternehmensneugründungen, die hier vorgestellt werden, zeigen die gewaltigen Chancen. Für mich zählt hier nicht nur der ökonomische Erfolg, sondern es ist auch wichtig, daß der in Gang gekommene Prozeß des Umdenkens fortgesetzt wird. Die überdurchschnittlich hohen Forschungsausgaben in diesem Bereich unterstreichen die Innovationskraft des Umweltschutzsektors."
Rede anläßlich des fünfjährigen Bestehens der Deutschen Bundesstiftung Umwelt am 2. Juli 1996 in Bonn.

„1992 sind die Staaten der Welt in Rio zusammengekommen, um sich der grundlegenden Aufgabe von Umwelt und Entwicklung zuzuwenden. Die Welt hat damals diese Aufgabe als zentrales Thema internationaler Politik aufgegriffen. Sie hat die Bereitschaft dokumentiert, über fortbestehende, durchaus unterschiedliche Ausgangssituationen und Interessen hinweg nach gemeinsamen Problemlösungen zu suchen. Von Rio ist ein entscheidender Impuls, ja ein deutliches Signal der Hoffnung ausgegangen.
Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, daß die weltweiten Umweltprobleme weiter rapide wachsen. Kein Staat der Erde ist in der Lage, die aus globalen Klimaänderungen erwachsenden Gefährdungen seines Landes und seiner Bevölkerung jetzt oder in Zukunft allein zu bewältigen. Wir müssen begreifen: Diese eine Welt fordert von uns gemeinsames Handeln.
(...) Wir haben in den zurückliegenden Jahren eine deutliche Zunahme insbesondere von Stürmen, Unwettern und Überschwemmungen erlebt. Zwar hat es im Laufe der Menschheitsgeschichte immer naturbedingte Klimaschwankungen gegeben. Die in diesem Jahrhundert eingetretene Erwärmung der Erdatmosphäre um 0,7 Grad Celsius wird jedoch von Wissenschaftlern maßgeblich auf menschliche Einflüsse zurückgeführt. Wenn keine aktive Klimapolitik betrieben wird, dürfte die Temperatur auf der Erde bis zum Ende des nächsten Jahrhunderts im globalen Mittel um 1,5 bis 4,5 Grad Celsius steigen. Der von uns Menschen verursachte Treibhauseffekt droht damit die Bemühungen um wirtschaftliche Entwicklung, soziale Stabilität und Wohlstand zunichte zu machen. Die in den letzten Jahren eingetretenen klimabedingten Naturkatastrophen haben weltweit zu erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden geführt. Die Gruppe der kleinen Inselstaaten, und wir sollten diese Botschaft hören, weist eindringlich darauf hin, daß eine weitere Erhöhung des weltweiten CO2-Ausstoßes ihre Existenz - den Bestand der Länder und das Überleben ihrer Menschen - bedroht.
Die Zahl der Menschen auf unserem Planeten wächst rapide. Damit wachsen auch die Belastungen für das Ökosystem Erde. Umso mehr - und dies ist unsere moralische Pflicht - müssen wir dem Raubbau an der Natur Einhalt gebieten, um auch den nachfolgenden Generationen Chancen der Entwicklung zu erhalten.
Rede bei der ersten Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen am 5. April 1995 in Berlin.

"Die Menschheit ist an einem kritischen Punkt ihrer Entwicklung angelangt. Ihr Überleben hängt von der Sicherung eines ökologischen Gleichgewichts ab, das zunehmend gefährdet ist. Die Grenzen des Wachstums sind, so meine ich, nicht erreicht. Aber sie lassen sich nicht beliebig manipulieren und ausdehnen. Auf unserem 'Raumschiff Erde' wird zukünftig in wichtigen Punkten anders gewirtschaftet werden müssen, als wir es bislang gewohnt sind. Wie soll unsere Zukunft aussehen? Wir wollen eine lebenswerte und gesunde Umwelt erhalten. Dazu sind unsere Anstrengungen nötig: zum Schutz der Natur, des Wasserschatzes, der Landschaft.
Wir wollen am Arbeitsplatz Gesundheitsschäden durch Lärm und Gift, aber auch durch Monotonie ausschließen. Zur Umwelt des Menschen, wie wir sie als Christliche Demokraten verstehen, gehören auch seine Arbeitswelt und deren Humanisierung. Wir wollen eine sinnvolle Raumordnung, die die menschlichen Tätigkeiten Arbeiten, Wohnen, Freizeit und Erholung nicht immer weiter auseinanderreißt, sondern sinnvoller einander zuordnet.
Wir müssen die Rohstoffquellen schonen und die Umwelttechnologie fördern. Wir lassen uns jedoch nicht jene falsche, gefährliche Alternative 'Umwelt oder Wachstum' aufschwätzen."
Am 23. Oktober 1978 auf dem Bundesparteitag der CDU in Ludwigshafen.

"Für uns sind - lassen Sie uns das draußen kämpferisch vortragen - Umweltschutz und Wirtschaftswachstum keine prinzipiellen Gegensätze. Im Gegenteil: Wachstum ist eine notwendige Voraussetzung für wirksamen Umweltschutz in der Zukunft. Zum Umweltschutz gehört die Sicherung unserer Energieversorgung. Sie ist eine der wichtigsten und vorrangigsten Aufgaben für die nächsten Jahre. Sicherheit setzt dabei in erster Linie voraus, daß wir uns darauf besinnen, unsere Abhängigkeit von außen abzubauen. Der Ausbau aller vorhandenen Energieträger ist ebenso unverzichtbar wie die friedliche Nutzung der Kernenergie und die sparsame Energieverwendung."
Am 19. Mai 1980 auf dem Bundesparteitag der CDU in Berlin.

"Es ist unsere Aufgabe, unsere Umwelt zu schützen, um in ihr ohne Gefahren leben zu können. Wir stehen in der Pflicht, unsere natürlichen Lebensgrundlagen auch für künftige Generationen zu erhalten. Dies ist auch ein Gebot der ökonomischen Vernunft. Umweltschutz schafft auch Wirtschaftswachstum. Wir, die Koalition der Mitte, haben uns auch dieser Aufgabe gestellt."
Am 14. Dezember 1982 im Deutschen Bundestag.

Umweltschutz war und ist für mich mehr als nur ein Nebenaspekt der Wirtschafts- und Energiepolitik. In der Schonung unserer natürlichen Lebensgrundlagen sah ich eine zentrale, eine - im besten Sinne - konservative Aufgabe der Politik.
Erinnerungen I, S. 534.