Entwicklungspolitik

„Zum Thema „Entwicklungsländer" konnten wir insbesondere für Südostasien und Lateinamerika (...) erfreuliche wirtschaftliche Fortschritte feststellen. Wir halten es deshalb für richtig und wichtig, die bilaterale wie die multilaterale Entwicklungshilfe verstärkt auf die ärmsten Entwicklungsländer zu konzentrieren. Ebenso notwendig sind aber auch einerseits private Kapitalströme in diese Länder und die weitere Öffnung der Märkte in den Industrieländern andererseits."
Am 28. Juni 1996 in Lyon zum Abschluß der Gespräche zur Wirtschaftlichen Entwicklung.

"Die Probleme der Dritten Welt sind vielschichtiger und schwieriger geworden. Nach dem Entwicklungsbericht der Weltbank in diesem Jahr leben noch immer rund 800 Millionen Menschen in absoluter Armut, mit einem Einkommen von unter 500 DM im Jahr, was für eine menschenwürdige Ernährung viel zu wenig ist. 40 % der Bevölkerung der Entwicklungsländer sind davon betroffen. Wenn die Entwicklung im bisherigen Tempo und Ausmaß anhält, wird es im Jahre 2000 noch immer 600 Millionen absolut Arme geben. In den nächsten 20 Jahren müssen jährlich mehr als 300 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden, um allein mit dem natürlichen Zuwachs an Arbeitskräften Schritt halten zu können. Es sollte niemand hier im Raume glauben, sich heute noch jenen Luxus wie zu Goethes Zeiten erlauben zu können, einfach zuzuschauen, wenn fern in der Türkei die Völker aufeinanderschlagen. Diese Entwicklung in der Welt, diese Bilanz muß uns zutiefst aufwühlen. Niemand von uns weiß, ob diese schwelende Krise nicht irgendwann - vielleicht noch zu Zeiten unserer Generation - wie ein Vulkan ausbricht. Deswegen können wir es nicht beim bloßen karitativen Appell belassen. Wir dürfen uns auch keinen Illusionen über die notwendigen Mittel zur Linderung dieser Armut hingeben. Wenn wir die knappen Mittel und Ressourcen nicht verschwenden wollen, brauchen wir eine klare Politik, realistische Zeitpläne und geeignete Maßnahmen."
Am 23. Oktober 1978 auf dem Bundesparteitag der CDU in Ludwigshafen.

"Es geht hierbei nicht nur um ökonomische und technische Fragen, sondern auch um zutiefst menschliche und moralische Probleme. Auch und gerade an diesen Fragen, so glaube ich, entscheidet sich unsere Solidarität mit künftigen Generationen. Wenn z. B. der Bau von Kernkraftwerken gestoppt wird und die Energiepreise in die Höhe schnellen, können die westlichen Länder noch einigermaßen mithalten. Die Zeche werden aber jene Entwicklungsländer zu zahlen haben, die das Öl zum nackten Überleben brauchen. Wir sollten es deutlich, mit Mut und Entschlossenheit sagen: Wer ein Kernkraftmoratorium befürwortet, plädiert - auch wenn er es nicht weiß und nicht begreift - dafür, heute das Brot für die Welt von morgen zu verbrennen."
Am 23. Oktober 1978 auf dem Bundesparteitag der CDU in Ludwigshafen.